Monatsarchiv für November 2007

Nov 25 2007

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Ingo Breuer

Eltern: Bücher weit entfernt vom staatlichen Erziehungsauftrag

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Otting (dz) – “Der Landrat hat recht: Die Situation ist unbefriedigend.” Das schreiben die Eltern aus Otting, die sich seit Jahren weigern, ihre beiden Buben in eine staatliche Schule zu schicken. In einer Stellungnahme, die das Ehepaar unserer Zeitung zugesandt hat, verweist es auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das Klägern Recht gegeben habe, die sich durch das Kreuz im Klassenzimmer ihrer Kinder in ihrem Elternrecht verletzt gesehen hätten. Das Kreuz habe aus den Klassenzimmern verschwinden müssen, andernfalls hätte den Kindern Befreiung vom Unterricht gewährt werden müssen.Die Richter hätten den Eltern das Recht zugestanden, “die Kinder von Glaubensüberzeugungen fernzuhalten, die den Eltern falsch und schädlich erscheinen”, so das Ehepaar aus Otting: “Auf diese Entscheidung berufen wir uns. Denn wir meinen, ein stummes Kreuz verletzt das elterliche Erziehungsrecht weit weniger als zum Beispiel die staatliche Sexualerziehung, die uns in fast allen geprüften Büchern in Form von sexueller Anmache begegnet ist.” Von christlicher Sexualethik sei in diesen Büchern nichts zu lesen. Oberste Bildungsziele der staatlichen Schulen in Bayern seien der Verfassung zufolge “Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung” und so weiter.Zu Ehrfurcht vor Gott erziehen”Wir waren bereit, unsere Kinder wieder in die Schule zu schicken, wenn diese die Schüler zu Ehrfurcht vor Gott erzieht. Die müsste in den staatlich zugelassenen Lehrbüchern zum Ausdruck kommen. Unsere Feststellungen – anhand von Kopien aus den Büchern belegt – beweisen, dass die Schulbücher eine postmoderne, von Gott, Ethik und Moral emanzipierte Gesellschaft propagieren und die Schulpflichtigen in diesem Sinne erziehen, ohne auch nur ansatzweise den staatlichen Erziehungsauftrag umzusetzen”, so das Ehepaar weiter.Statt ihre konkreten Feststellungen konkret zu widerlegen, habe das Landratsamt ihnen folgendes geschrieben: “Die vorgelegten Auszüge aus den Schulbüchern und dem Lehrplan begründen für sich keine Rechtfertigung, die Erfüllung der Schulpflicht zu verweigern. Es handelt sich bei den Büchern um schulaufsichtlich zugelassene Lehrmittel, welche die rechtlichen Anforderungen erfüllen und den pädagogischen und fachlichen Erkenntnissen … entsprechen.” Die Eltern fragen sich nun: “Wie erfüllen die Schulbücher die verfassungsrechtlichen Anforderungen? Durch ihre Zulassung?”Ihre Kinder seien bereits einmal in der staatlichen Schule getestet und wegen ihrer Leistungen und ihres Sozialverhaltens gelobt worden, berichten die Eltern aus Otting: “Wir sind nach wie vor bereit, unsere Kinder staatlich kontrollieren zu lassen. Wir haben auch angeboten, unsere Kinder so behandeln zu lassen wie Schulschwänzer. Die dürfen über die Flex-Fernschule ihren Hauptschulabschluss machen und sind deshalb von der Schulbesuchspflicht befreit. Warum nicht auch wir?”

Forum: Intensiv diskutiert wird das Thema Schulboykott in unserem Internet-Forum unter der Rubrik “Thema des Tages”.
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Donauwoerth/Uebersicht/Artikel,Eltern-Buecher-weit-entfernt-vom-staatlichen-Erziehungsauftr_arid,1076601_regid,2_puid,2_pageid,4496.html

Postmoderne Schulbücher?

“Viele aber, die da vorwitzige Kunst getrieben hatten, brachten die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich und überrechneten, was sie wert waren, und fanden des Geldes fünfzigtausend Groschen.” Apostelgeschichte 19:19

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Nov 24 2007

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Ingo Breuer

Cafe Bley schließt und Coffee Shop kommt.

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Aus für das “Café Bley”: Ende Dezember schließt Heinz Bley den Betrieb, den sein Großvater 1928 in der Trierer Simeonstraße eröffnet hatte. Das 800 Jahre alte Dreikönigenhaus wird auch künftig ein Café beherbergen: 2008 eröffnet das Münchner Unternehmen “Coffee Fellows” dort eine Filiale.

Was soll diese pseudoamerikanische Nachäfferei in Deutschland?

Ein Test bei einer der Münchner Filialen der „San Francisco Coffee Company GmbH“ ergab folgendes:

„Non-smoking coffee place“, heißt es da am Eingang. Nicht schlecht, denkt sich zumindest der lungenempfindliche Gast. Und merkt noch kaum, was hier sonst so gespielt wird. „Welche Sprache ist das?“ Ich bestelle einen Milchkaffee. Der deutsche Kellner hinter dem Tresen ruft: „Large cafe latte to stay“. Sein nicht einmal zwei Meter entfernter, ebenso deutscher Kollege wiederholt die Wortfolge. Hm! Ich bestelle dazu ein Leitungswasser und bin gespannt, wie die beiden das übersetzen. Tap water? Nein, es bleibt mangels dolmetscherischer Fähigkeiten bei „Leitungswasser“. Sobald ich bei Kellner Nr. 1 den (überhöhten) Preis gezahlt habe, reicht mir der Kollege den bestellten Milchkaffee, wieder mit den nämlichen Worten: „Large cafe latte to stay“. Das Leitungswasser gibt’s wortlos. Es hat nur einen deutschen Namen – und der schickt sich hier offenbar nicht. „Welche Sprache ist das?“ Mein Gegenüber fragt zurück: „Was?“. „Nun, dieses ‚Large cafe latte to stay’“. „Englisch”, behauptet er. Ich frage nach: „Sind Sie sicher?“ Statt einer Antwort schallt es durch den Raum „Medium chai tea latte on ice to go“. Englisch klang irgendwie anders. Die beiden – an sich sehr höflich – machen das natürlich nicht aus Daffke, sondern weil es zur Unternehmensunkultur gehört. „Ich mag selbst keine Anglizismen“, sagt der eine später. Und der andere setzt hinzu: „Ich hab’s auch nicht erfunden. Die nennen das hier ‚calling system’“. Das Versenden der Elektropost hat übrigens nicht geklappt. Das Drahtlosnetzwerk mit dem ansprechenden Namen „hotspot-zone.com“ informiert zwar über „sfcc events“, aber der kostenpflichtige Weg auf die Datenautobahn ist endlos kompliziert.

Wir in Deutschland wollen ein normales Cafe wie es früher üblich war. Dort wird deutsch gesprochen. Dort wird Kaffee in Porzellantassen serviert und nicht – wie in den USA – in verschwenderischen Styroporbechern. Was soll all dieser Unfug?

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