Monatsarchiv für Februar 2008

Feb 13 2008

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Ingo Breuer

Gotteswahn oder Geschäft?

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Das Geschäft mit okkulten, antichristlichen Büchern boomt. Sei es Harry Potter, DaVinci Code oder nun Richard Dawkins Hetzschrift “Gotteswahn”. Dawkins ist ausgerechnet Biologe an der Oxford-Universität. Da empfehle ich Dawkins, er solle sich unbedingt bei Oxford University Press – seiner eigenen Uni – eine Old Scofield King James Bibel bestellen, wo C. I. Scofield ganz klar und wissenschaftlich die Bibel analysiert. Die Anti-Gott-Polemik scheint zum Riesengeschäft zu werden. Das kennen wir schon vom Fernsehen. Im Kölner Kaufhof sah ich, daß Dawkins’ Buch an auffälliger Stelle im Verkaufregal plaziert wurde. Es scheint wohl ein Bestseller zu sein. Etwas versteckter fand ich in der Bücherabteilung die Lutherbibel. Da hab ich mir zwei Bibeln genommen und sie anstelle von Dawkins’ Buch plaziert. Leider habe ich vergessen, Dawkins’ Buch bei den Witz- und Humorbüchern abzulegen. Produktplazierung ist alles. Der Verkaufsförderer der Unternehmen wissen, auf wessen Augenhöhe sie plazieren müssen. Gemäß Phil. 1:12 sind Gläubige an der Förderung des Evangeliums beteiligt. Das Wichtige gehört in den Vordergrund. Ich suche ein paar gläubige Christen, die ebenso freiwillig ein wenig für Gott “umsortieren”.

Dawkins macht in seiner Hetzschrift wieder den alten, vergeblichen Versuch, Gott mit dem Verstand zu ergründen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Gott ist nicht so niedrig, daß er sich in Dawkins’ Reagenzglas stopfen läßt. Was sagt die Bibel?

Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden. Römer 1:22.

O welch eine Tiefe des Reichtums, beide, der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Römer 11:33,34.

Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er sei und denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde. Hebräer 11:6.

Verlaß dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand; sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den Herrn und weiche vom Bösen. Sprüche 3:7.

Wir bräuchten mehr Oxford-Professoren, die ernstlich die Bibel studieren. Christen haben bislang schlechte Arbeit geleistet beim Verständnis der Zahlen der Bibel. Numerologie. Die Zahl 7 hat besonderer Bedeutung in der Bibel, denn sie ist die Zahl der Vollkommenheit. Erklären Sie mir die Bedeutung der 153 großen Fische in Johannes 21:11? Ich habe meine Theorie. Die Rechenspiele, die man mit der Zahl 666 aus Offenbarung 13:18 machen kann, sind verblüffend. Bibelverse mit 9:11 sind ziemlich interesant. Die jeweils 14 Generationen in Matthäus 1. Es geht immer weiter. Anfangs nach meiner Bekehrung dachte ich, daß Mathematik und Bibel nichts miteinander zu tun haben. Was für ein Irrtum! Was für ein stereotypes Klischee. Die Bibel ist gespickt voll mit Mathematik.

Die Gefahr, die in Schundliteratur wie Harry Potter, DaVinci Code oder Gotteswahn liegt, ist, daß eben die Menschen nicht mehr den Herrn fürchten und deshalb das Böse noch mehr in der Gesellschaft überhand nimmt. Wo die Menschen Gott nicht fürchten, da fürchten sie die Gespenster (Harry Potter, Magie, Zauberei usw.) oder die Gespinster ihres eigenen Dickschädels (Dawkins). Hoffentlich wird solch jugendgefährdende Literatur nicht in öffentlichen Schulen gelesen. Das Schulgesetz des Landes NRW sagt in §2, Abs. 2, daß u. a. Ehrfurcht vor Gott vornehmstes Ziel der Erziehung ist. Ehrfurcht vor Gott ist also Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schulen. Antichristliche Schundliteratur ist somit wohl gesetzeswidrig.

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Feb 12 2008

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Ingo Breuer

Erfolgreich lernen ohne Schule

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Sollte es Eltern erlaubt sein, ihre Kinder selbst zu unterrichten?

Interview mit dem Experten Thomas Spiegler

Kinder zu Hause zu unterrichten, das sogenannte Homeschooling, wird bislang vor allem in den USA, Kanada, Großbritannien und Australien praktiziert und erforscht. Der Theologe und Sozialwissenschaftler Thomas Spiegler von der Theologischen Hochschule Friedensau legt als erster deutscher Wissenschaftler eine empirische Arbeit zu dem Thema vor. Unter dem Titel “Home Education in Deutschland” ist seine Marburger Doktorarbeit als Buch erschienen

Welt am Sonntag:
Sie haben für Ihre Arbeit etwa 100 Homeschooling-Familien in Deutschland besucht. Homeschooling ist hierzulande aber verboten. Haben Sie sich dadurch nicht strafbar gemacht?
Thomas Spiegler:
Man bewegt sich da in einem Grenzbereich. Die Erforschung von “abweichendem Verhalten” befindet sich ja immer in diesem Dilemma. Beim Homeschooling bin ich da wohl noch im ungefährlichen Bereich.
Gibt es denn einen Trend zum Homeschooling?
Spiegler:
In den vergangenen 15 Jahren ist die Bewegung eindeutig gewachsen. Von daher könnte man sagen, es ist ein Trend. Andererseits ist dieses Wachstum nicht sehr stark und wird zurzeit dadurch gebremst, dass viele Familien ins Ausland abwandern.
Was sind das für Eltern, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken?
Spiegler:
Man kann die Motive grob auf drei Schlagworte herunterbrechen: Werte, Wissen, Wohlergehen. Vor allem stark religiöse Eltern sehen Werte, die sie selbst anstreben, durch die Schule beeinträchtigt. Bei Eltern, die den Wissensbereich thematisieren, steht die Frage im Vordergrund: Wie wird gelernt? Beim Schwerpunkt Wohlergehen geht es um Gewalt, Mobbing und psychosomatische Reaktionen. Das Kind leidet dann so sehr an der Schule, dass die Eltern keinen anderen Ausweg sehen, als es aus der Schule zu nehmen.
Entgehen den Kindern dadurch nicht wichtige Erfahrungen?
Spiegler:
Klar, Kinder, die nicht zur Schule gehen, machen nicht die Erfahrungen, die sie in der Schule machen würden. Die Behörden warnen daher vor einem Mangel an Sozialkompetenz. Andererseits gibt es zahlreiche Studien, vor allem aus den USA, die Homeschooling verklären. Viele davon sind aber methodisch fragwürdig. Fakt ist: Es gibt keine Belege dafür, dass Homeschooler im Nachteil sind.
Unterscheidet sich die hiesige Elternschaft von der in den USA?
Spiegler:
Die hiesige Elternschaft entspricht am ehesten jener, die wir in den USA zu Beginn der Bewegung hatten. Damals war Homeschooling in den USA noch verboten. In einer solchen Phase, wo mit Strafen gedroht wird, braucht man Leute mit starker Überzeugung.
Das kanadische Fraser-Institut behauptet, gerade Kinder aus sozial schwachen Familien würden vom Homeschooling profitieren.
Spiegler:
Die existierenden Studien sind fast nie wirklich repräsentativ. Ihre Resultate spiegeln nicht das reale Bild wider. Einzelbeispiele gibt es auch hier: Kinder, die mehrere Jahre zu Hause gelernt haben, einen superguten Schulabschluss hinlegen und ihren Bildungsweg an der Universität fortsetzen. Ob das wirklich immer so ist, das ist eine andere Frage.
Ist Homeschooling ein Thema bei hochbegabten Kindern?
Spiegler:
Es gibt Eltern, die nie auf die Idee gekommen wären, Homeschooling zu machen. Sie haben aber mit ihrem Kind im Schulsystem Probleme bekommen, sei es, weil es hochbegabt ist oder weil es Lernschwierigkeiten hat. Diese Kinder würden davon profitieren, wenn sie Homeschooling ausprobieren könnten.
Meist übernimmt in diesen Familien ja die Mutter die Lehrerrolle. Zementiert das ihre Rolle im Haus?
Spiegler:
Ja, viele Mütter thematisieren diesen Konflikt. Das machen aber meist nur diejenigen, die ohnehin einen großen Teil ihrer Zeit den Kindern widmen wollten. In der Regel sind diese Familien auch größer als die Durchschnittsfamilie.
Lastet denn nicht ein ungeheurer Druck auf diesen Müttern?
Spiegler:
Mütter erzählen durchaus, wie sie an ihre Grenzen kommen. Doch das ist unterschiedlich. Es gibt Kinder, die wirklich unglücklich sind in ihrer Schule und die in der Freiheit, die man ihnen zu Hause bieten kann, aufleben.
Wäre im Fall der Legalisierung eine Kontrolle angemessen?
Spiegler:
Das ist ein heikler Punkt. Es wäre der gesamten Situation aber wohl am ehesten geholfen, wenn man das Homeschooling legalisieren, aber regulieren würde. Die jetzige Situation, in der Eltern kriminalisiert werden, ist für alle die unglücklichste. Dem Kind wird dadurch nicht geholfen, im Gegenteil. Dies verleitet Eltern dazu, sich zurückzuziehen, um allen Repressalien zu entgehen. Kontrolle ist hier nahezu unmöglich. Die meisten Eltern wären aber bereit, mit der örtlichen Schule zu kooperieren. Das wäre im Interesse des Kindes ein Schritt nach vorn, denn dann kann man sicherstellen, dass keine Vernachlässigung stattfindet und die Kinder wirklich lernen.
Das Gesetz ist doch eindeutig: Es herrscht Schulpflicht. Welche Möglichkeiten haben die Behörden da, das Homeschooling zu dulden?
Spiegler:
In vielen Bundesländern lassen die Gesetze Ausnahmen zu. Es wird aber kein Gebrauch davon gemacht. In Baden-Württemberg wurden unter Annette Schavan als damaliger Ministerpräsidentin ja einige Fälle von Homeschooling offiziell toleriert. Aber im Moment ist der Wille einfach nicht da.

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