Bayern verfolgt Heimschuleltern

Rückwärts marsch in den totalitären Staat

 

         

 

Es dürfte bekannt sein, daß die Gemeinschaft der “Zwölf Stämme” seit Jahren von der bayerischen Staatsmacht drangsalisiert wird, weil diese ihre Kinder nicht auf die öffentliche Einheitsschule schicken, sondern sie in einer Art Privatschule selber unterrichten. Obwohl es diesen Kindern an nichts fehlt, lässt das bayerische Staatsministerium mit der gelernten Hotelkauffrau Monika Hohlmeier an der Spitze, keine Gelegenheit aus diesen vorbildlichen und intakten Familien das Leben schwer zu machen. Die Methoden, die dafür angewendet werden, sind eines sogenannten “demokratischen Rechtsstaates” (mittlerweile nur noch auf dem Papier existent - und das ist bekanntlicherweise geduldig) unwürdig. Die menschenverachtenden Vorgehensweisen können nur noch mit denen totalitärer Regime verglichen werden. Elternrechte werden mit Füßen getreten, Freiheitsrechte werden verletzt, Grundrechte der deutschen Verfassung müssen sich den Auslegungsweisen bayerischer Ministerialbürokraten beugen. Das Gespräch verweigerten die Offiziellen bisher. Es darf nicht sein, was nicht sein kann: Homeschooling ist in allen freiheitlichen, zivilisierten Staaten der Erde legal und erfolgreich, es erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Es steht auch in Einklang mit den im deutschen Grundgesetz niedergelegten Prinzipien und denen der Länderverfassungen. Eindeutig rechtswidrig und willkürlich ist die Handlungsweise bayerischer Ministerialbeamter und deren Leuten fürs Grobe, wie etwa Landrat Rössle in Donauwörth, der ein unverantwortliches, menschenverachtendes Kesseltreiben gegen friedliche und gewissenhafte Menschen betreibt.

 

Erstmals seit Ende der Nazidiktatur steckte man Menschen in Bayern wieder ins Gefängnis, um ihr Gewissen zu brechen.

 

 

 

Hier ein Brief eines Betroffenen aus der Haft (abgedruckt in der Süddeutschen Zeitung Nr. 254

)

 

 

Seit Montag, dem 18. Oktober sitze ich genau wie meine anderen Glaubensbrüder im Gefängnis. Jeder in Einzelhaft für 14 Tage getrennt von meiner Familie, Licht und Liebe - mit einer halben Stunde Besuchszeit im Ganzen. So schlafe ich abends unter dem Gegröle anderer Gefangener ein. Haftziel: Beugung meines eigenen Gewissens.

 

Warum muss ich hier sein, wo ich doch meine Kinder durch ihren regelmäßigen und liebevollen Heimschulunterricht dazu erziehe, ihr eigenes Gewissen und somit auch andere Menschen, die Polizei, den Staat und das Gesetz zu respektieren? Sind nicht die vollen Strafanstalten eine Frucht der Erziehung, die wir auch an den öffentlichen Schulen erfahren? Ein altes Sprichwort sagt: "Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten."

 

Ich will Menschen erziehen, die unser Land bereichern, es ergänzen und durch ihr Verhalten ein Beispiel für andere Menschen sind.Sollte ich dafür nicht belohnt werden, anstatt ins Gefängnis zu müssen.

 

Ulrich Fingerle

 

z.Z. JVA Augsburg

 

 

 

Dazu ein weiterer Leserbrief aus der Süddeutschen Zeitung:

 

 

 

In keiner Demokratie der Welt geschieht dies mehr: Eltern ins Gefängnis zu stecken, wenn sie ihre Kinder privat unterrichten lassen. Überall ist der Hausunterricht eine Option zur Erfüllung der Schulpflicht - nur in Deutschland nicht. In 15 Bundesländern unserer Republik geht man derweil mit Heimschulfamilien einigermaßen menschlich um. In Bayern aber gehen die Uhren anders. Hier wird im konkreten Fall die Staatsmacht aufgefahren, um zu zeigen, wer die Herren im Lande sind. Die Verantwortlichen bringen nicht etwa substantielle Gründe vor, sondern agieren mit argumentativen Tiefschlägen, die in anderen Bereichen nicht geduldet würden. Diese Tatsache des unsachlichen Argumentierens ist eine Zumutung, ähnlich der vermeintlichen Überlegenheit des überlebten Kommunismus mit seiner naiven Selbstdarstellung. In den Knast gehören ganz andere, nicht die Eltern, die in vorbildlicher Weise ihre Familien führen, steuerehrlich, fleißig und friedliebend sind.

 

Monika Hohlmeier zeichnet verantwortlich für dieses menschenverachtende Vorgehen, für das Gefügig-machen-wollen von Gewissenstätern. Ausgerechnet sie, die ihre Kinder selbst der staatlichen Schule entzogen hat (warum eigentlich, wenn die staatlichen Schulen dem Kindeswohl dienlich sind?) und die im Fall ihres Bruders Max Strauß von "persönlicher Gejagtheit über Jahre" spricht, obwohl er offensichtlich zu recht zur Verantwortung gezogen wird.

 

Gesetzeswidrig ist das Vorgehen gegen die "Zwölf Stämme" allemal, da hier die elementaren Grundrechte der Glaubens- und Gewissensfreiheit und des Elternrechts nicht anerkannt werden.

 

Michael Lange, Kammerstein

 

 

 

Aufruf zum Protest

 

Als sie die Kommunisten geholt haben,

 

hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Kommunist.

 

Als sie die Sozialdemokraten geholt haben,

 

hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Sozialdemokrat.

 

Als sie die Juden geholt haben,

 

hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Jude.

 

Als sie mich geholt haben,

 

war niemand mehr da der hätte etwas sagen können (Pastor Martin Niemöller, Bekennende Kirche)

 

 

 

Niemand sage er habe nichts gewusst. Was wir heute erleben ist ein langsamer Rückschritt in den totalitären Staat. Erst sind es die Eltern- und Freiheitsrechte die eingeschränkt werden, morgen ist es die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Was als nächstes?