Toleranz -
ein hohes Gut?

Wer für alles offen ist,
kann wohl irgendwann nicht mehr ganz dicht sein.

Es wird viel von Toleranz geredet. Da gibt es solche, die von den Christen ständig mehr Toleranz für alle mögliche Dinge fordern, gleichzeitig wird der christliche Glaube aber aus der Öffentlichkeit verdrängt und nirgendwo mehr toleriert. Fernsehstationen lassen christliche Filme verschwinden. Radiostationen jammern von ihrer "Neutralitätspflicht". In der Schule werden Christen gehänselt. Am Arbeitsplatz muß man das Maul halten, wenn es um Glaube geht. Kann es sein, daß die viel gerühmte Toleranz äußerst einseitig ist? Da wird von den Christen Toleranz für Homosexualität, Abtreibung, wilde Ehe, etc. gefordert, aber gleichzeitig begegnet man christlichen Werten wie ehelicher Treue, Keuschheit, traditionelle Familie mit höchster Intoleranz. Keine Partei vertritt diese Werte, aber Frauenförderung (=Familienzerstörung), Kotau vor der Homo-Lobby stehen auf der Tagesordnung jeder Partei.
Schon seit Jahren hat mich die Toleranz gestört. Manche Christen meinen, es sei eine gute Tugend, die man auch in der Bibel findet. Vielleicht haben die eine andere Bibel. Da wird von Toleranz gegenüber anderen Religionen gesprochen, aber trotzdem gibt es Politiker, die die Baptisten gerne auf die Sektenliste befördern möchten. In Frankreich ist das sogar noch schlimmer. Dort gibt es seit Juni 2001 ein neues Gesetz mit dem der Staat eine christliche Gemeinde im Nu als "Kult" oder "Sekte" denunzieren kann und die Gemeinde auflösen kann, Mitglieder und Leiter verhaften kann. Eine Bekehrung oder öffentliche Evangelisation ist dort durchaus strafbar. Dabei sind es ausgerechnet die Franzosen, die seit ihrer Revolution ständig von Toleranz und Brüderlichkeit reden. Das neue Anti-Evangelisations-Gesetz entspricht aber getreu dem Motto: "Willst Du nicht mein Bruder sein, schlag ich Dir den Schädel ein?" Wer eine religiöse Überzeugung hat, die nicht der Mehrheit entspricht, der wird bestraft. Unabhängige, bibeltreue Freikirchen sind besonders in ihrer Freiheit eingegrenzt in Frankreich. Wo ist in Frankreich das hohe Gut der Toleranz geblieben? Oder anders gefragt:

Ist die Toleranz ein hohes Gut für Christen?

Die Toleranz ist tatsächlich ein hohes Gut für die Vertreter von Aufklärung, Humanismus und Freimaurerei. Für den Christen jedoch, der allein aus der Heiligen Schrift lebt (I. Timotheus 3:15-17) und sich nicht durch Philosophie des Glaubens berauben läßt (Kolosser 2:8) ist Toleranz nicht von großer Bedeutung, denn sie wird nicht in der Bibel gelehrt und ist auch nicht im Wirken Jesu und der Gemeinde aufzufinden. Christen beobachten darüber hinaus, wie Toleranz zu moralischer Gleichgültigkeit, zur Abkehr von traditionellen christlichen Werten und dann zur ethischen Wertelosigkeit und Orientierungslosigkeit führt. So wundert es nicht, daß die Verfechter von Toleranz und Pluralismus kaum feste Überzeugungen bezüglich Ehe und Partnerschaft, Empfängnis und Geburt, Krankheit und Tod haben.

Zur Zeit der Französischen Revolution wurde Toleranz ausgerechnet von denen verkündigt, die hingingen und Klöster plünderten und in der Vendee (SW-Frankreich) ein brutales Massaker an der strikt katholischen Bevölkerung anrichteten. Toleranzprediger wie Voltaire und Rousseau waren fanatische Gotthasser! Ein hohes Gut sind nach biblischem Maßstab die persönliche Frömmigkeit, Abkehr von Sünde und Agape-Liebe (im Ggs. zu philos/eros-Liebe) - die Liebe, die sich über einen verlorenen Sünder erbarmt und ihm den Weg zur Buße und zum Glauben an den Herrn Jesus Christus und Sein Erlösungswerk am Kreuz verhilft. Es ist lieblos und gar misanthropisch, Sünde zu tolerieren und die verlorenen Menschen dann die ewigen Konsequenzen erleiden zu lassen.

Die einzige Lösung wird uns in der Bibel beschrieben in 2. Korinther 2:14-17:
"Aber Gott sei gedankt, der uns allezeit (auch 2002) Sieg gibt in Christo und offenbart den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten (einschl. Berlin, Hamburg oder Afghanistan, Pakistan, etc., vor der eigenen Haustür)! Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi unter denen, die selig werden, und unter denen, die verloren werden: diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist hiezu tüchtig? Denn wir sind, wie die vielen, die das Wort Gottes verfälschen; sondern als aus Lauterkeit und als aus Gott reden wir vor Gott in Christo."

Toleranz stammt aus einem anderen Weltbild. Sie entspricht nicht dem biblischen. Die Bibel beschreibt uns Werte wie Liebe (I. Kor 13), Freundlichkeit , Gütigkeit (Gal 5:19-22). In Epheser und Römer 12 werden uns eine ganze Reihe christlicher Tugenden gezeigt, die für uns heute wichtig sind. Die Toleranz scheint auf den ersten Blick diesen Tugenden sehr ähnlich. Sie ist es aber nicht bei näherer Betrachtung. Toleranz, wie sie heute praktiziert werden soll, toleriert Sünde. Stellen Sie sich vor, Paulus hätte die Sünde toleriert, die in der Korinthergemeinde geschah. Dann wäre es nicht zum Ausschluß aus der Gemeinde gekommen. Es wäre auch nicht zur Buße gekommen, sondern man wäre gleichgültig gegenüber der Sünde geworden. Drum sage ich nur, wehe vor der Toleranz. Ein Wolf im Schafspelz!

Wir werfen jetzt einen tieferen Blick auf die Wurzeln der Toleranz in der französischen Revolution und in der Zeit der Aufklärung. Dort wurde sie von den Gott-Hassern benutzt, um Christen aus der Gesellschaften auszugrenzen, indem sie als "intolerant" dargestellt wurden während zur gleichen Zeit von den revolutionären Schreckensherrschern Greueltaten verübt wurden, die von einer gleißenden Intoleranz gegenüber Andersdenkenden zeugen. Bei näherer Betrachtung wird offenbar, daß der Toleranzgedanke keine freundliche Tugend ist, sondern Gefahren für Christen und den Glauben mit sich bringt.

In dem englischsprachigen Buch "Freedom on the Altar" von William Norman Grigg mit dem Untertitel "Der UNO-Kreuzzug gegen Gott und Familie" gibt es zwei Kapitel mit dem Titel "Die bürgerliche Religion" und "Die Toleranz-Falle". Darin wird das "hohe Gut" der Toleranz kritisch unter die Lupe genommen und ihr Ursprung in der französischen Revolution untersucht. Während im postmodernen Deutschland die Toleranz von allen Seiten als alleiniger Heilsweg zu Einheit, Friede und Sicherheit angepriesen wird (die Religion habe ja kläglich versagt, wird behauptet), so zeigt sich jedoch, daß die Urväter der Toleranz dem christlichen Glauben gegenüber äußerst feindselig waren. Nicht umsonst spricht der Autor William Norman Grigg von der "kommenden Verfolgung der Gläubigen", wenn der Toleranzgedanke das offenbarte Christentum scheinbar wegrelativiert hat. Schauen wir uns die Situation etwas näher an:

Dem Historiker Arnold Toynbee war der religiöse Aspekt der französischen Revolution bewußt: "Während der Revolution ist eine unheilvolle, alte Religion mit elementarer Gewalt erneut ans Licht gekommen. Dieses Bekenntnis ist die fanatische Anbetung der kollektiven menschlichen Macht. Die Schreckensherrschaft der Revolution war nur der Anfang der Massenverbrechen, die im Namen dieser üblen Religion verübt wurden." Die Religion der "kollektiven menschlichen Macht" oder des "Allgemeinwillens" führt uns zum Revolutionär Jean-Jacques Rousseau, der die sog. "zivile Religion" prägte, durch welche die Masse mit Leichtigkeit das Joch des Allgemeinwohls tragen soll. Nach den Worten Rousseaus gibt es ein rein ziviles (also ohne Gott) Glaubensbekenntnis, dessen Artikel vom Herrscher festgelegt werden. Der Staat wird somit zur Gottheit und das schlimmste Vergehen sei die "Intoleranz", nicht weil dadurch individuelle Rechte verletzt werden, sondern weil die Autorität des Staates angefochten wird. So schreibt Rousseau, "wer sich wagt zu sagen, "Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil," der sollte aus dem Lande getrieben werden, es sei denn, der Staat ist die Kirche und der Prinz ihr Papst." Rousseau beschreibt seine zivile Religion als eine "Form von Theokratie, in der es keinen Papst gibt außer dem Prinzen und keine Priester außer den Magistraten." Er erkannte, daß dies für Christen nicht akzeptabel wäre, denn sie gehorchen Gott mehr denn den Menschen (Apg. 5:29). Aber Rousseau gab dem Staat Herrschaftsgewalt über Geist und Seele seiner Untertanen: "Die Untertanen ... schulden dem Herrscher Rechenschaft über ihre Meinungen nur insofern sie die Gemeinschaft betreffen." Nach Rousseaus Vorstellungen kann der Staat seine eigenen Dogmen aufstellen: "Während niemand gezwungen werden kann, an sie zu glauben, so kann der Staat doch jeden verbannen, der nicht an sie glaubt... Falls jemand, nachdem er die Dogmen öffentlich anerkannt hat, so handelt, als wenn er nicht an sie glaube, so soll derjenige mit dem Tode bestraft werden. Er hat das schlimmste aller Verbrechen verübt: er hat wider das Gesetz gelogen." Mit solchen staatlichen Dogmen, sollte die Kirche in ihrer Macht gebändigt werden und nach den Spielregeln der Regierung spielen. Unter Rousseaus Ideologie erklärten die Anführer der franz. Revolution einen säkularen Jihad gegen das Christentum, indem sie versuchten, die offenbarte Religion abzuschaffen. Kleriker wurden unter Todesdrohung dazu gezwungen einen Eid auf die "Zivile Verfassung des Klerus" abzulegen, durch welche die Kirche zum Anhängsel des göttlichen Staats wird. Wer diesen Eid verweigerte, der wurde als "aufsässig" eingestuft, verfolgt und oft auch getötet.

Eine französische Region, die Vendée, wurde von der revolutionären Regierung als eine Brutstätte aufsässigen Gedankenguts auserkoren. Die Vendée war von frommen Katholiken bewohnt, die an ihren traditionellen Werten festhielten und die neue staatliche Herrschaftsgewalt über die Religion nicht anerkannten. Die revolutionäre Armee schritt ein um das, was sie als Hochburg schwerbewaffneter, fanatischer Fundamentalisten betrachtete, zu überwältigen. Gemäß dem Historiker John Willson wurden zwischen 1793 und 1799 ca. 250.000 Menschen in der Vendée abgeschlachtet. Der General Westermann, der diese massenmörderische Grausamkeit anführte, schrieb in seinem Bericht an das revolutionäre Komitee für öffentliche Sicherheit, "die Vendée ist nicht mehr, meine republikanischen Kameraden! Mit ihren Frauen und Kindern starb sie unter unseren Säbeln. Ich habe sie soeben in den Sümpfen und Wäldern beerdigt. Wie von Ihnen befohlen, haben wir die Kinder mit unseren Pferden zu Tode getrampelt, die Frauen abgeschlachtet, damit sich nicht länger kleine Banditen gebären. Die Straßen sind mit Leichen verunreinigt, die sich manchmal zu Pyramiden aufstapeln. In Savenay finden Massenerschießungen statt, weil sich ihre Banditen langsam ergeben. Wir nehmen keine Gefangenen ... denn Mitleid ist inkompatibel mit dem Geist der Revolution."
Solche Tatsachen über die französische Revolution sind kaum bekannt. Hier handelten die Revolutionäre nach dem Motto: Willst du nicht mein Bruder sein, schlag ich dir den Schädel ein. Wer nicht bei der neuen Toleranz mitmacht, der bekommt Gewalt zu spüren. Auch heute ist manchmal die Rede davon, daß "Intolerante" bestraft oder ausgegrenzt werden müssen. Toleranz soll nur solchen erzeigt werden, die selber auch tolerant seien. Alles beruht auf Gegenseitigkeit. Wer an den Absolutheitsanspruch Jesu Christi glaubt (Apg 4:12), der wird als intolerant gebrandmarkt und empfängt in der Öffentlichkeit keinerlei Toleranz, sondern wird häufig schikaniert. Gemäß Rousseau gibt es keine Zufluchtsstätte für die Gewissensfreiheit, wenn die "Gemeinschaft" entscheidet, sie habe das Recht, Privatmeinungen zu inspizieren. Nur Feinde der "Vernunft" seien zur Intoleranz fähig. Rousseaus antichristliche Kameraden wie etwa Voltaire diffamierten das Christentum und die Kirche ständig in ihren Pamphleten. Voltaire versuchte, seine homosexuellen Freunde in Schutz zu nehmen, während er gleichzeitig die Christen wegen sexueller Perversionen in ihren eigenen Reihen laut anklagte - eine Taktik die auch heute von der Homo-Lobby gerne benutzt wird. Voltaire und seine Kameraden verurteilten die Zensur, während sie die Regierung drängten, die Publikationen ihrer Kritiker zu zensieren - eine Taktik die heute von den Vertretern der politischen Korrektheit ebenso gerne benutzt wird.
Guillaume Francois Berthier, ein fähiger und anerkannter Verfechter des Christentums, beobachtete, wie die Gesetze und Vorschriften zugunsten der Gegner des Christentums geschrieben wurden. Im Juli 1759 schrieb er im Journal de Trévoux, "Es ist zur Gewohnheit geworden, daß solche, die die offenbarte Religion angreifen, "Philosoph" genannt werden und solche, die um ihre Verteidigung ringen, als "Verfolger" bezeichnet werden." An diejenige, die das Christentum als gewaltsame und intolerante Religion sahen, richtete Berthier diese Mahnung: "Ungläubige, ihr beschuldigt uns eines Fanatismus, von dem wir keinerlei Anschein besitzen, während der Haß, der euch gegen unsere Religion animiert, in euch einen Fanatismus inspiriert, dessen allzu offenbare Ausschweifungen unfaßbar sind."
Voltaire und andere Verfechter der "Toleranz" fanden Befriedigung in der Tatsache, daß Berthier und andere Verteidiger der Kirche häufig vom Pöbel angegriffen wurden, wenn sie sich in die Öffentlichkeit wagten. Das neue Evangelium von der "Toleranz" war so weitreichend, daß in der Mitte des 18. Jahrhunderts ein Traktat mit dem Titel "Die drei berühmtesten Betrüger - Mose, Jesus und Mohammed" - ein Angriff auf die drei monotheistischen Religionen - sehr beliebt in Frankreich wurde.
Viele dieser Taktiken aus dem Frankreich des 18. Jahrhunderts kehren auch heute immer wieder. Auch heute wird immer noch ständig versucht, traditionelle Religion durch Redefinition, Verfälschung, Regulierung oder offene Verfolgung zu zerstören.

Das ist das Problem mit der Toleranz: Die Befürworter der Toleranz handeln leider sehr oft nach der Devise "Willst du nicht mein Bruder sein, schlag ich dir den Schädel ein." Sie wollen ihre Toleranz nur dann gewährleisten, wenn die anders denkende Gruppe gewisse Abstriche bei ihren Merkmalen, Lehren und Prinzipien macht.

Aus solchem Umfeld stammt die Toleranz, die heute in aller Munde ist und als ein "hohes Gut" angepriesen wird. Jemand sagte mir kürzlich, daß die Toleranz auch ein "hohes Gut für die Christen" sei. Vor dem soeben dargestellten Hintergrund klingt diese Behauptung schon sarkastisch. Wenn wir nun die Toleranz aufgrund ihrer bitteren Wurzel völlig verwerfen, sollen wir dann bewußt intolerant sein? Das sei ferne! Wir sollten uns vielmehr an die Gebote Gottes richten und wer darin vertieft ist und bewußt danach handelt, der wird keine Zeit mehr haben, den Aufrufen zu mehr Toleranz hinterherzuhören. Würden wir nicht besser dastehen, wenn sich wieder alle an solchem Gotteswort orientieren wie z. B. in Römer 12:9-21?

Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an.
Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit.
Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet.
Nehmet euch der Notdurft der Heiligen an. Herberget gern.
Segnet, die euch verfolgen; segnet und fluchet nicht.
Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden.
Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen.
Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißigt euch der Ehrbarkeit gegen jedermann.
Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden.
Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: "Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HERR."
So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.
Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Meinen Sie nicht auch, wir wären besser dran, wenn wir das Bibelwort von oben mit dem gleichen Eifer und Ernst befolgen, wie all die Aufrufe zur Toleranz? Es gibt noch viele andere Bibelstellen, die uns wie Römer 12 genaue Anweisungen über zwischenmenschliches Verhalten geben. Mir ist die Toleranz oft zu oberflächlich, weil sie wie eine Form von Gleichgültigkeit wirkt. Wer sich äußerst tolerant gegenüber einem anderen zeigt, der nimmt den anderen oft gar nicht richtig ernst, weil er ja nie einen festen Standpunkt einnimmt, sondern eher relativistisch irgendwo dazwischensteht und es gibt ja eh keine absolute Wahrheit, kein gut und böse. Da ist endgültig der Punkt erreicht, wo sich ein Christ, der das neue Leben mit Jesus lebt, von der Toleranz verabschieden muß. Denn wir glauben an feste Wahrheiten und Werte, von Gott in Seinem Wort offenbart. Diese sollten nicht durch die Toleranz ausgehöhlt oder schleichend verändert werden.

Die Kritik der französischen Revolutionäre und Philosophen ist nur in dem Sinne berechtigt, daß sie sich meist auf die Katholische Kirche bezieht. Diese Denomination hat leider die Wahrheit der Bibel bis zur völlig verlassen, so daß in der römischen Kirche vom wahren Christentum fast nichts mehr übrig geblieben ist. Viele katholische Lehren wie Papsttum, Heiligenverehrung, Marienverehrung, Meßopfer, Zölibat, Sakramente, Ritualismus, kirchlicher Prunk sind nirgendwo in der Bibel zu finden und haben den direkten Blick auf Jesus Christus, den lebendigen Sohn Gottes, verdeckt. Vielen Katholiken ist bis heute eine persönliche Beziehung zu Jesus Christ, eine Heilsgewißheit und das Leben aus Gottes Wort völlig fremd. So hat die katholische Kirche in ihrer Vergangenheit viele Dinge angerichtet, die völlig abseits vom Wille Gottes sind. Das ging sogar soweit, daß sie die wirklich wiedergeborenen Christen grausam verfolgte, wie etwa die Wiedertäufer, Waldenser, Albigenser, etc. Durch das ganze Mittelalter zieht sich eine Blutspur der wahren Christen, die als Ketzer und Häretiker verdammt wurden.
Gott will aber, wie wir in Kolosser 2:8 lesen, daß wir uns von aller Philosophie fernhalten und statt dessen in Seinem Wort bleiben. Jesus sagt uns ganz einfach: "Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote!" (Johannes 14:15)
- Ingo Breuer